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Dr. Philipp Bergt

Kalte Übernahme als Option – wie ist das umsetzbar?
Dr. Philipp Bergt (33), Zahnarzt aus Fürth Stadeln, hat diesen Schritt gewagt und berichtet.
Anstatt einer Praxisübergabe mit Einarbeitungsphase, der so genannten warmen Übergabe, entschied sich Philipp Bergt für den Sprung ins kalte Wasser. „Um der Behandlung von Patienten eine persönliche Handschrift zu geben, führt eigentlich kein Weg an der Selbstständigkeit und einer eigenen Praxis vorbei.“: Dieser Gedanke sollte der Anfang des beruflichen Werdeganges von Philipp Bergt werden und ihn bis heute in seiner Entscheidung für die Selbstständigkeit, bestärken. Nach Studium, Promotion, Assistenzzeit und einer Periode als angestellter Zahnarzt entschied sich der gebürtige Bremer dazu, sich in unmittelbarer Nähe seiner Alma Mater, der FAU Erlangen-Nürnberg niederzulassen.

Entscheidende Fragen sollten diesen Entscheidungsprozess begleiten: Wo eine Praxis finden? Und wie sollte das Ganze wirtschaftlich gestemmt werden? Frei nach dem Motto „hinterher ist man immer schlauer“, weiß Philipp Bergt rückblickend, worauf es bei der Praxissuche ankommt: „Bei der Wahl des Objekts sollte man sich neben allen harten Zahlen auch auf das Bauchgefühl verlassen. Ebenso ist eine Idee oder Vision, was man mit der Praxis erreichen möchte, sehr sinnvoll“, berichtet Philipp Bergt.
Das merke man, sobald man die Räume zum ersten Mal betritt und eine Vorstellung davon erhält, was daraus einmal werden könne. Bei Philipp Bergt stellte sich sofort ein bestätigendes Gefühl ein, als er zum ersten Mal die Praxis von seiner Vorgängerin in Fürth Stadeln betrat. Gut etabliert und mit geeignetem Schnitt (Empfangsraum und vier Behandlungsräumen) bot sich nach der Entscheidung, sich zur Ruhe zu setzen, für Philipp Bergt die Möglichkeit einer Praxisübernahme.

Gefunden hatte er das Objekt über das Unternehmen Henry Schein Dental und deren Außendienstmitarbeiter Harald Sandmann. Bei der Planung war neben Sandmanns Unterstützung auch eine zahnärztliche Unternehmensberatung hilfreich, die sich insbesondere bei der Investitionsplanung, der Suche nach kreditgebenden Banken und der vertraglichen Ausgestaltung bewährte.

Eine anspruchsvolle Herausforderung

Sehr schnell fiel die Entscheidung für die Praxis und den Standort Fürth-Stadeln. Die Übernahme der Praxis sollte eine komplette werden, inklusive Patientenstamm, Mobiliar, Equipment und sieben Mitarbeiterinnen. Eine Übergangsphase war auch aufgrund des sehr engen zeitlichen Rahmens weder vorgesehen noch zeitlich machbar. Die auch als „kalte Übernahme“ bezeichnete Existenzgründung ohne Einarbeitung durch die Vorgängerin, stellte eine echte zeitliche und geistige Herausforderung dar. Es mussten mit geringer Vorlaufzeit personelle und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, die langfristige Auswirkungen und Verpflichtungen mit sich brachten. Sehr wichtig war für ihn jedoch im Vorfeld genau die Meinung der Vorgängerin zu hören. Welche Potenziale stecken im Praxisobjekt und wo liegen eventuelle Fallstricke?

Am 2. Januar 2018 übernahm Dr. Bergt mit der Schlüsselübergabe die komplette Praxis und starte sogleich den Praxisbetrieb. Eine große Herausforderung: „Das Behandlungsspektrum umfasste bis dato die gesamte konventionelle Zahnmedizin“, berichtet Bergt, der neben allgemeinen Zahnarztleistungen auch ein Plus an Spezialisierung bieten wollte. Bereits während der Assistenzzeit hatte er ein Faible für die Endodontie entwickelt und wollte neben Zahnwurzelbehandlungen mit dem computergestützten CEREC-Verfahren hochwertige postendodontische chairside Keramik-Restaurationen anbieten. „Unser wichtigstes Anliegen ist die schmerzfreie und minimalinvasive Gesunderhaltung der natürlichen Zähne“, beschreibt Dr. Bergt den Anspruch seiner Praxis.

Investitionen sinnvoll planen

Das dafür notwendige Equipment, zu dem vor allem ein komplexes Dentalmikroskop der Firma Zeiss zählt, bezog Bergt über Henry Schein, die sich um Bereitstellung, Installation der Gerätschaften bis hin zur finalen Abnahmeprüfung kümmerten. Auch bei der EDV (inklusive digitaler Patienten- und Hygieneprozessdokumentation sowie 2D-Röntgen) und den Serverkapazitäten erhielt er Unterstützung. „Dadurch habe ich eine Lösung aus einer Hand bekommen, die außerdem per Fernwartung seit bald drei Jahren einwandfrei läuft“, sagt Bergt. Alles in allem eine große Entlastung für Dr. Philipp Bergt, der als Existenzgründer erstmalig neben dem Tagesgeschäft auch die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen und die Personalverantwortung gleichzeitig zu tragen hatte. 

Umbau in drei Schritten

Insgesamt standen mehre Umbaumaßnahmen an. Dabei entschied sich der neue Praxisinhaber für eine Lösung in drei Tranchen. Zuerst wurde die geschlossene, digital dokumentierte Hygienekette etabliert indem der Sterilisierungsraum neu möbliert und durch moderne Thermodesinfektoren einschließlich DAC auf den neusten Stand der Technik gebracht wurde. Im selben Zuge erfuhr das Wartezimmer einen Umbau. Hierbei spielte die Firma Ziegler Design eine wichtige Rolle, die als Dienstleister im medizinischen Bereich der Möblierung über langjährige Erfahrung verfügt. Dass der Sterilisationsraum als erstes modernisiert wurde, war insofern der wichtigste Schwerpunkt, da das Hygienethema gleich mit der Praxisübernahme voll in die Verantwortung von Dr. Bergt übergegangen war.

In einem zweiten Schritt wurde im Oktober 2018 das Mikroskopiezimmer eingerichtet, wobei auch die Peripherie durch Verkabelung und Vernetzung mit Monitoren und WLAN eine nicht zu unterschätzende Rolle bei den modernen Geräten spielte und einiges an Planung sowie technische Vorarbeit erforderte. Schließlich wurde im März 2019 der Empfangsraum neugestaltet. Dabei wurde der Raum strategisch besser genutzt und ein kleines Backoffice geschaffen. Der mehrstufige Umbauprozess hatte den Vorteil, den Betrieb weitestgehend fortlaufen zu lassen und gleichzeitig die Kosten auf einen längeren Zeitraum zu strecken. Dabei achtete Bergt auch darauf, dass die Praxis eine Atmosphäre erhielt, in der sich Patienten wohlfühlen. „Mein Ziel war, dass die Räume neben aller Sauberkeit und Hygiene nicht zu steril und kalt wirken“, beschreibt er. Dies gelang ihm durch den wirkungsvollen Einsatz einer kubischen Tresenkombination aus dem Mineralwerkstoff Corian, aus hellen Holzelementen und einer warmen indirekten Ausleuchtung mit LED-Körpern.

  • Empfang

    Empfang

  • Behandlungszimmer

    Behandlungszimmer

  • Empfangsbereich

    Empfangsbereich

  • Wartebereich

    Wartebereich

Sehr zufrieden mit den Ergebnissen

Rund drei Jahre nach Praxisübernahme kann sich Dr. Bergt über einen Stamm alter und neuer Patienten freuen, der nicht nur aus Fürth, sondern auch aus einem größeren Umkreis von Bamberg bis Feucht zu ihm kommt. Das übernommene Personal ist ihm treu geblieben und wurde um eine Mitarbeiterin aufgestockt. „Eine unserer ZMVs wird uns allerdings bald verlassen, aufgrund Ihrer Hochzeit zieht sie 400 Kilometer weg“, schränkt der Zahnmediziner mit einem Augenzwinkern ein. „Es freut mich jeden Tag in die Praxis zu kommen und zu sehen, dass meine Ideen im medizinischen Bereich verwirklicht werden konnten und sie darüber hinaus auch wirtschaftlich tragfähig sind“.

Was zählt noch bei einer Übernahme?

Was würde er Kollegen raten, die sich ebenfalls mit der Idee einer Praxisübernahme tragen? Wichtig ist die Selbstorganisation, um mit dem Zeitdruck umzugehen und eine innere Flexibilität, um in unvorhersehbaren Situationen umzudenken. Dazu zählt auch Koordinationstalent zur Führung von Mitarbeitern und Handwerkern. „Die sind nicht immer leicht zu bekommen, gerade wenn man sie braucht“, berichtet Bergt. All das hilft bei der Verwirklichung des Traums von einer eigenen Praxis.

Weitere Details findet ihr unter der Zahnarztpraxis Dr. Bergt.